Das Utopie-Syndrom.

Das Utopie-Syndrom.

Auch jemand wie ich stellt sich oftmals die Frage, warum permanent über böse Menschen geredet wird, die vermeintlich nicht bösen Menschen etwas wegnehmen und ihnen Schaden zufügen möchten. Diesen beiden Gruppen von Menschen werden von einer höheren Macht verschiedene Attribute zugewiesen. Die eine Gruppe wird dann beispielsweise Schurkengruppe genannt und die andere Opfergruppe. Nur kommt dann die Frage auf, ob beide Lager jeweils der ihr zugewiesenen Gruppe gerecht werden können.

Kann ein Schurke immer ein Schurke sein? Warum ist er ein Schurke? Und vor allem: hat er jemals den Vorsatz gehabt, ein Schurke zu sein? Gleiches gilt für das Opfer.

Der erste Schritt auf dem Weg zur Erkenntnis dessen ist der Rollentausch. Doch was eigentlich so simpel klingt, ist in Wirklichkeit die härteste Disziplin im gesellschaftlichen Leben, denn da, wo zwei Extreme aufeinander treffen, da macht das Tauschen Angst.

Diese drei Absätze gelten zwei Gruppen: der Gruppe der Flüchtlinge und der Gruppe der Bürger.

Ich fand das Tauschen schon immer spannend.

batholonew

Funkstille.

Funkstille.

Eintrag ins Logbuch, 6. Januar 2016: Nun bin ich wieder zurück in Deutschland. Ich war in Irland im Urlaub. Habe mir dort Land und Leute angeschaut. Die sind so anders, die Iren. Man fliegt nicht einmal zwei Stunden, ist nach dem von Bord gehen immer noch in der EU. Man zahlt mit Euro. Und doch sind dort fundamentale Dinge dort so ganz anders.

Man hat größten Respekt vor Deutschland und vor Angela Merkel. Ganz egal, mit wem ich in einen Smalltalk verwickelt war – nach einer Weile kam immer die gleiche Aussage, dass man stolz auf Deutschland sei (nicht nur bezüglich der Flüchtlingspolitik) und das sich Irland und vor allem England noch eine Scheibe davon abschneiden könnten. Es besteht die Meinung, hier bei uns würde alles ideal und nach Handbuch funktionieren. Erwähnte ich dann, dass es in Deutschland sehr große, gesellschaftliche Probleme gibt, so kam mir fast immer der gleiche Satz zu Ohren: “Ach, jedes Land hat seine Probleme. Aber Deutschland macht gerade alles richtig.“

Ist dem so?

Mir fiel in Irland ebenfalls auf, dass die Informationsmoral dort und bei den Briten etwas anders aussieht als hierzulande. Ich kann es gar nicht recht beschreiben. Las ich die Zeitung oder schaute ich mir die Nachrichten bei der BBC an, so bekam ich den Eindruck, als würde dort progressiver und positiver mit den Geschehnissen umgegangen. Vielleicht ist dem so, weil sich sowohl die rothaarigen Kobolde, als auch die Thommys nicht so recht der Tragweite der momentan vorherrschenden Krisen bewusst sind. Doch vielleicht ist es auch anders. Vielleicht sind wir Deutschen auch einfach äußerst dramatisch. Vielleicht haben wir das im Blut. Das ich unglaublich deutsch bin habe ich gemerkt, als ich über den Motorway (Autobahn) gefahren bin und am Standstreifen eine Familie auf Fahrrädern habe Richtung Süden radeln sehen. Da ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Viel zu gefährlich!

batholonew

Der Satz des Jahres.

Der Satz des Jahres.

Ich ziehe vollends mein eigenes Ding durch und gebe im Zuge der diesjährigen Verleihung des „Batholonew Awards“ das Kommentar des Jahres zum Wort des Jahres bekannt.

And the winner is……tusch….attention….desire…

„Gesellschaftliche Perversion par excellence“

Ich bin so degeneriert. Und auch so aussagelos. Dieser Blog dient lediglich der Kompensation des nie in Erfüllung gegangenen Wunsches nach dem Studium der Philosophie an einer namhaften Universiteyt.

Batholonew

ZU KURZ GEKOMMEN.

ZU KURZ GEKOMMEN.

VORWORT

Zu aller Anfang möchte ich den kurzen Moment des Warmtippens nutzen um ein paar Worte zur Absicht dieses Essays zu verlieren. Warum gerade ich – der absolute Normalo, das Fähnchen im Wind – nun vor dem Laptop sitze und mir zum Ziel gesetzt habe, einen gesellschaftskritischen Text zu schreiben, ist mir fast ebenso schleierhaft wie das, was derzeit wieder einmal in unserem Land passiert. Vielleicht ist es mein nach 27 Jahren des Lebens immer stärker werdender Geltungsdrang, der mich zum Trittbrettfahrer macht und mir mit schier unglaublicher Kraft befiehlt, einen Text zu gesellschaftlichen und sozialen Ereignissen zu schreiben. Vielleicht ist es aber auch einfach die verzweifelte Stimme in mir, die es mir vorschreibt, mich mit dem Tippen dieser Zeilen selbst zu therapieren. Wobei letzteres wahrscheinlich am ehesten zutrifft, da ich bereits jetzt nach sechzehn Zeilen verschiedene Gefühle in mir bemerke, die es anzugehen gilt. Verzweiflung, Trauer, Wut und doch auch eine gewisse Portion pragmatische Besonnenheit bringen mich dazu, vollends in einem Moment der Emotionalität aufzublühen und meinen Gedanken Luft zu machen.

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